Stashed last words
Während ich darüber nachdachte, wie und wo die restlichen fehlenden Worte der offline verwahrten Blogeinträge zu finden sind und wie das aussehen wird, so lange vermeintlich nichts geschrieben und dann rappeln die Buchstaben, wen das irgendwie noch kratzen sollte auf diesem Textfriedhof, ging ich den Flitzepieps Hühnerklein kaufen und mir ein Weinchen, stellte mich bei Frau Schulze mit E an, ob der alten, fettsträhnigen Schachtel vor mir das "Kasse geschlossen"-Schild übersehend, das die Frau mit dem Ziehruckwägelchen und seinen Untiefen wie eine Trophäe hin und her schwang, wohl wissend, Frau Schulze mit E damit an den Rand des Unwillens zu katapultieren, und sah dem Treiben vor mir zu. Das dralle, pralle Leben, das mich zurzeit daran hindert, Worte zu finden, schnellst möglich, wie mit einer Kamera das Erlebte der Nachwelt festhaltend, schüsschenweise, denke ich.
"Die zickt immer so, wenn ick anna Kasse steh', junge Frau, det interessiert mia nich, det Schild ooch nich."
"Ham Se ooch allet aussa Tasche raus?"
"Aussa Tasche is allet raus, kieken Se doch, wissen Se doch!"
"Ja eben, weil ick et weiß. Aussem Wägelchen ooch?"
"Ja, jaaaaa."
"Sicher?"
"Jaaaa. Aber kieken Se, bei Euch is det Fleisch aba teua, weeß ick nich, ob ick mir dit leisten kann."
"Macht so und so vielle, steht da doch."
"Ham wa, aber Zigaretten fehlen, die langen."
Frau Schulze mit E seufzte.
"Welche, wissen Se noch, ja?"
"Jaaaaaa.."
Unterdessen stapelte sich die Rentnerware, von der marottigen Frau selbst so bezeichnet, auf dem Laufband.
"Macht so und so vielle, allet jezz?"
"Oh, kieken Se ma, da war doch noch wat innet Wägelche!", kölschberlinert die Alte und hält triumphierend ein Vivil-Säckchen vor Frau Schulze mit E's Nase.
Ob das Geld denn dafür noch reiche, wollte ich wissen, Frau Schulze mit E angrinsend.
"Sie zahlen das für mich, Rentnerzubrot, näch?"
Sie könne meins gern mitbezahlen.
"Nööö, dit pack' ick mia ooch noch ein, höch-stens, wa, und et Wech-sel-jeld ooch, iih, Hühnerklein, nee, doch nich, aber et Weinchen - un et Wech-sel-jeld."
Frau Schulze mit E seufzt, ich zahle passend, die Alte verlangt nach einer Gemüsetüte fürs Fleisch, Frau Schulze mit E seufzt noch mehr.
"Da, ham Se. Jleich viere. Und näch-stet Mal jleich am Fleisch Bescheid jehm, hörn Se!"
Sie raste davon, grimassierte, quiekte ein Tschüss, und ich dachte an die letzten sich versteckt haltenden Worte dieser vielen geparkten Buchstaben in den Blogwägelchenuntiefen und "Jleich!".
"Die zickt immer so, wenn ick anna Kasse steh', junge Frau, det interessiert mia nich, det Schild ooch nich."
"Ham Se ooch allet aussa Tasche raus?"
"Aussa Tasche is allet raus, kieken Se doch, wissen Se doch!"
"Ja eben, weil ick et weiß. Aussem Wägelchen ooch?"
"Ja, jaaaaa."
"Sicher?"
"Jaaaa. Aber kieken Se, bei Euch is det Fleisch aba teua, weeß ick nich, ob ick mir dit leisten kann."
"Macht so und so vielle, steht da doch."
"Ham wa, aber Zigaretten fehlen, die langen."
Frau Schulze mit E seufzte.
"Welche, wissen Se noch, ja?"
"Jaaaaaa.."
Unterdessen stapelte sich die Rentnerware, von der marottigen Frau selbst so bezeichnet, auf dem Laufband.
"Macht so und so vielle, allet jezz?"
"Oh, kieken Se ma, da war doch noch wat innet Wägelche!", kölschberlinert die Alte und hält triumphierend ein Vivil-Säckchen vor Frau Schulze mit E's Nase.
Ob das Geld denn dafür noch reiche, wollte ich wissen, Frau Schulze mit E angrinsend.
"Sie zahlen das für mich, Rentnerzubrot, näch?"
Sie könne meins gern mitbezahlen.
"Nööö, dit pack' ick mia ooch noch ein, höch-stens, wa, und et Wech-sel-jeld ooch, iih, Hühnerklein, nee, doch nich, aber et Weinchen - un et Wech-sel-jeld."
Frau Schulze mit E seufzt, ich zahle passend, die Alte verlangt nach einer Gemüsetüte fürs Fleisch, Frau Schulze mit E seufzt noch mehr.
"Da, ham Se. Jleich viere. Und näch-stet Mal jleich am Fleisch Bescheid jehm, hörn Se!"
Sie raste davon, grimassierte, quiekte ein Tschüss, und ich dachte an die letzten sich versteckt haltenden Worte dieser vielen geparkten Buchstaben in den Blogwägelchenuntiefen und "Jleich!".
Wech-sel-sätze.


6x interaktiviert
ich bin mir sehr sicher das du da einem überich hasbeths begegnet bist...ohhhhja. schon allein wg. der langen zigaretten! (natürlich rauchen sowas nur frauen!)
sehr hübsch. berlinerndes hat, auch wenn ausländerhetzend immer diesen scharm der assozierten arbeiter/unterklasse, den man sich selbst nicht entziehen kann wenn man aus selbiger kommt. da hat die frau rentnerware nun nüch direkt was mit ztuen - aber dit came to my mind....
Die Alte war äußerst ungepflegt und stank fürchterbar. Hasbeth auch?-)
Im Osten berlinern se wenigstens noch streckenweise, vom immer mehr nachdrängenden und wegdrängenden Zuzüglervolk mal abgesehen, das bei solchen Episödchen eher angewidert die Nase rümpft, auch in der innig geliebten Kaufhalle, in der diese Geschichtelchen zu meiner Freude immer wieder geschehen, meist mit Frau Schulze mit E.
stinken wie eben kettenraucher so stinken, was sich aber atomisiert wenn man bekettenraucht wird - wenn er mal einen vierteltag nicht geduscht hat beginnt er zu winseln er verwahrlose nun vollständig (da ich weiss wie die dusche aussieht, ist das duschen an sich der ehere akt der verwahrlosung) ;)
Du und Deine schrulligen Sammlerstücke.. ;-)
dont you accuse my only true loves as sammlerstücke....ph!
er ist nicht schrullig....er ist nur....ein bisschen truman capote...just cut that voice out....er hat ja diese schreckliche (wunderbare) stimme, auf jene er sogar von fremden angesprochen wird. und überhaupt....er redet dauernd mit fremden...von sich aus. er labert sie einfach an. aus midnerwertigkeitskomplexen heraus. sagt er. entertainerzwang. ganz schrecklich. braucht klatschaffen. ist aber rundum glücklich mit meiner nicht klatschaffigkeit. und hat sich nur 1x beschwert das ich ihn für ganz viele sachen verachte. löblich. sanftmütig. manchmal ein bisschen passive-agressive, aber das ist mir ja nicht fremd.
aber sonst ist es so unschrullig wie moi. hühü-
ach, es gibt keinen grund zur beschwerde - und wenns nur eine hutzelige verarmte omma mit tieren ist, die den boden anbetet auf dem man geht - ist das ja auch in ordnung, - sofern man diese omma liebt :>
Vor Menschen, die dauernd und ständig zu viel reden, nähme ich wohl baldigst Reißaus. ;-)
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