Die Revolution ersäuft ihre Kinder

Oi Polloi skandierten Agitfäkalprop, wenn sie nicht famos spielten, durchschaubar, übelst, viel zu lange anlabernd, dabei hätten ihre Beats zum Einheizen der teils heftig besoffenen Boxiklientel gereicht, die in dunklen Ecken Pflastersteine und abgeschlagene Flaschenhälse anhäufte, welche emsige Polizisten trotz allen Deeskalationsfleißes nicht finden konnten, sollten oder wollten. Am Boden sammelten sich neben leeren Plastebechern zuhauf fast ebenso viele volle Menschen, teilweise sehr jung, das aufwändige Seifenhaarspray-Irostyling des sonnigen Nachmittags mit der Kotze der Liegenachbarn vermengend, nicht wie sonst mit den Pfoten ihrer Hunde, wenn die im Alltag bekannteren der Gesichter vor den Discountern ihre Suffbörse aufbetteln.
Während ich ziemlich fehl am Platz herumstand oder -lief, einen Unterschied machte das kaum, der Angesichtigkeiten wegen, grummelte ich dem Sänger meine Ablehnung entgegen, dass er sich seine hohlen Worte doch in eben den frisch gekackten, ungewischten Arsch schieben solle, den er Bush und Merkel und den Nichtveganern durch's Mikro zugedacht hatte, eigentlich allen, die nicht seiner Meinung waren oder sind, also fast allen, außer denen, die er im Anschluss an seine durchsichtige Show auf Grund ihrer exorbitanten Pogoleistungen, die an die der Siebziger und frühen Achtziger beileibe nicht heranreichten, meiner bescheidenen Überzeugung nach, weiter mit schottischem Whisky abfüllen würde, bekanntlich aus Pflanzen gebraut, die noch niemand wiedergekäut oder in irgendeine Ecke gepieselt hatte - obwohl, weiß man's?
Als es immer dunkler wurde - und aggressiver, schließlich hatten die Menschen den Vollmond in den Knochen - wünschte ich den Polizisten, die ich schon von diversen Zusammenkünften der letzten Jahre kannte, ein fröhlich erfolgreiches Kloppen, schob mich in die Tram, mühte mich, an irre glotzenden Augen vorbei ins Nichts zu schauen und sinnierte darüber, ob wir damals ähnlich bescheuert waren, als wir zu den Songs von Ton Steine Scherben und anderen Häuser besetzten, Dächer erklommen, Wannen umwarfen und anzündeten, Scheiben einschlugen, in vorbildlicher Dreißigerjahremanier Geschäfte plünderten, uns umzingeln und verprügeln ließen, jung waren, wild entschlossen pseudopolitisch, zu britischem Anarchopunk Pogo traten, soffen, anderweitig drogten, auf dem Asphalt auch mal "Liebe" machten, wenn gar nichts anderes ging, durch die Besetzerrepublik reisten, Studium und Job waren schließlich damals schon freizeitweise scheiße, - Chaoten eben.
Wieder zu Hause fragte ich nach. "Nein, waren wir nicht, wirklich nicht. Prost!"
Wir waren ja auch nicht in Berlin.
Nachtrag: Wer die ganze bunte Fotostrecke haben möchte, maile. Von wegen Persönlichkeitsrecht und so.
Während ich ziemlich fehl am Platz herumstand oder -lief, einen Unterschied machte das kaum, der Angesichtigkeiten wegen, grummelte ich dem Sänger meine Ablehnung entgegen, dass er sich seine hohlen Worte doch in eben den frisch gekackten, ungewischten Arsch schieben solle, den er Bush und Merkel und den Nichtveganern durch's Mikro zugedacht hatte, eigentlich allen, die nicht seiner Meinung waren oder sind, also fast allen, außer denen, die er im Anschluss an seine durchsichtige Show auf Grund ihrer exorbitanten Pogoleistungen, die an die der Siebziger und frühen Achtziger beileibe nicht heranreichten, meiner bescheidenen Überzeugung nach, weiter mit schottischem Whisky abfüllen würde, bekanntlich aus Pflanzen gebraut, die noch niemand wiedergekäut oder in irgendeine Ecke gepieselt hatte - obwohl, weiß man's?
Als es immer dunkler wurde - und aggressiver, schließlich hatten die Menschen den Vollmond in den Knochen - wünschte ich den Polizisten, die ich schon von diversen Zusammenkünften der letzten Jahre kannte, ein fröhlich erfolgreiches Kloppen, schob mich in die Tram, mühte mich, an irre glotzenden Augen vorbei ins Nichts zu schauen und sinnierte darüber, ob wir damals ähnlich bescheuert waren, als wir zu den Songs von Ton Steine Scherben und anderen Häuser besetzten, Dächer erklommen, Wannen umwarfen und anzündeten, Scheiben einschlugen, in vorbildlicher Dreißigerjahremanier Geschäfte plünderten, uns umzingeln und verprügeln ließen, jung waren, wild entschlossen pseudopolitisch, zu britischem Anarchopunk Pogo traten, soffen, anderweitig drogten, auf dem Asphalt auch mal "Liebe" machten, wenn gar nichts anderes ging, durch die Besetzerrepublik reisten, Studium und Job waren schließlich damals schon freizeitweise scheiße, - Chaoten eben.
Wieder zu Hause fragte ich nach. "Nein, waren wir nicht, wirklich nicht. Prost!"
Wir waren ja auch nicht in Berlin.
Nachtrag: Wer die ganze bunte Fotostrecke haben möchte, maile. Von wegen Persönlichkeitsrecht und so.


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Anderntags, in Kreuzberg:
Ein gigantisches Straßenfest mit Bühnen an allen neuralgischen Punkten, glücklich betrunkene Altmännertürken, die zu türkischem Hardrock tanzten, bunte Plakate am (wieder) besetzten Bethanien, Gewürzdüfte, Bombenstimmung ohne Bomben, grinsende Antikonfliktteams und Neugeborene, verdrießlich drein schauende Schwarzblocker - und das Revival von TSS, das ich mir nicht gab, stand doch an diversen Myfest-Infoplakaten ein lieb gemeinter Hinweis: Erst ab 40!
willich photos haben.
ähnlich bescheuert...neinein: vorbildlich! nur dass mitm aufm asphalt poppen ist bescheuert, da unzweifelhaft unbequem ;)
Poppübungen auf Lüftungsrosten sind unbequemer, sah ich. ;-)
Fotos kriegste dann ebenfalls morgen.
Auch die Schäfchen und Co.
lühüftungsroste? ich weiss zwar nicht genau was das ist - klingt aber als ist der krankenhausaufenhalt da mit drin.
ich bin ja dafür sämtliche sexualität zwischen mehr als einem partnerIN abzuschaffen. woll!
Fühlt wohl auch so. Danach. :-]
Was ist Sexualität?
alles mit anfassen oder mehr als 2sek. angucken ;P
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