17.2.07

Glori(g)oles


Während das eine glamourös-unspektakuläre Kostümfest sich seinem Ende zuneigt, beginnt das andere, genauso in diese Stadt importierte, macht sich rheinische und schwäbische Fröhlichkeit schwer atmend und höchst angestrengt auf den Straßen und in den westlichen Büros der Stadt breit, die solche Fremdkörper zwar verkraftet, aber sie sich nie wirklich zu eigen machte, bislang.
Sharon Stone und andere gelangweilte Größen, pflichtterminlich vermummt am Hintereingang des Hyatt, auf dem Weg zur Actor's Lounge der Blauen Ente, von Privatkanalknasttussis zu in die Jahre gekommenen Kriminalerinnen mutierten Mos kurzbeobachtet, deren Finger zu kalt waren für flüchtig gemurmelte Autogrammwünsche, deren Neugier zu alt war für nicht wahr genommene Einladungen zu irgendwelchen "Events" der Berlinale, trotz Schreibtöterzugangs.
Karneval der Figuren.
Fasnet des Irrwitzes dann nochmals kurz darauf:
Beim türkischen Bäcker gibt es Faschings-Berliner. Beim alteingesessenen Richtigbäcker Fastnachts-Pfannekuchen, nirgendwo hier im Osten jedoch Faschings-Krapfen.
Wie heißt das Kostümfest eigentlich auf Berlinerisch?
Gibtsnich!
Die in Fett ausgebackenen Einheimischen tun mir jedenfalls leid.
Billiglohn, ick steh' auf Pfannekuchen-Bürger.
Rosenmontag und Faschingsdienstag gehen wir alle zu FatBürg.
Wir unterschreiben einen Kontrakt, beim Schwarzlivrierten an der Tür, in dem steht, dass zumindest Ostberlin von derartigem Schmarrn bis zum Ende aller Hartz-IV-Avancen verschont bleibt.
Somit werden Berlinale und Karneknall büttenreif politisch.
Jenseits der unsichtbaren Mauer, die die Stadt bis heute teilt.
Und das ist zumindest dieser Tage: "gut so".

15x interaktiviert

Blogger Mo

Nachtrag Rosenmontag:

Berlin-Alexanderplatz:

Außer wie üblich maskierten Punk-5-Nullern keine Jecken zu sehen.

Am Ku'damm gestern Abend war das Bonn-importierte Spektakel in der vermeintlichen Muffelstadt schon vorbei.

Im Büro nahmen sich einige frei: ab ins Rheinland, HIV entgegen saufen.

Juchhei!

19 Februar, 2007 21:42  
Blogger Shila

Wir fahren heute noch nach Köln. Ließ sich nicht vermeiden.
Samstag waren wir seit Jahren mal wieder auf einem Fasnetball (Ball der alten Säcke). Hat Spaß gemacht.

20 Februar, 2007 10:23  
Blogger Mo

Heute? Oh.
Dann hebe ich mir alles Persönliche besser fürs Wochenende auf. ;-)
Lasst Euch nicht klauen in Kölle (wobei, et is Faschingsdienstach, spätestens nachmittags stinkt die Stadt nach Fisch, der morgen zuhauf gebraucht wird, ebenfalls spätestens)!

20 Februar, 2007 11:05  
Blogger Unknown

ich verachte diese sich scheinbar aufs ganze land ausbreitenden rheinländischen grausamkeiten zutiefst.

nur fürs protokoll.

alles böse. wortbest: blnzarp

20 Februar, 2007 13:10  
Blogger Mo

Als kölsch gebürtiges Kind fand ich die Umzüge und Verkleidereien ganz toll, die Säcke an Kamellen und Kram, die ich jeweils nach Hause schleppte, sowieso.
Später im Dreiländereck erlebte ich die alemannische Fasnet in all ihrer uralten Archaik, die Hemdglunker, das Scheibenschießen oben auf dem Berg, die fantastisch geschnitzten Masken der Hexenzünfte, der Morgestraich in Basel..
Da mochte ich die Umzüge schon nicht mehr, die Dekadenz der verordneten Fröhlichkeit.
In Oberbayern wurde es noch ruhiger, einzig die Perchtenläufe sah ich mir ein paar Mal an.
Danach war Schluss.
Ist es bis heute.
Dieses Jahr habe ich nicht einmal mehr - wie all die Jahre zuvor - Scherben und Mutzemandeln gebacken.
Verkleide und uniformiere sich wer will, wann er oder sie will - ohne mich.
Lachen und fröhlich sein will ich bitte schön dann, wenn mir danach ist.

20 Februar, 2007 17:25  
Blogger Unknown

wie, was kölsch? hen ich was verpasst? es ist kein wunder wenn ich die menschen immer verwechsle. so miteinander.
*allgemeines confused*

lachen und fröhlich sein?
ohne mich! pö!

21 Februar, 2007 17:03  
Blogger Mo

Dass Du lachen kannst, weiß ich. ;-)

21 Februar, 2007 17:13  
Blogger Shila

Tote Hose in Köln am Faschingsdienstag. Ganze 5 Jecken gesichtet und alle Läden hatten auf (im Gegensatz zu hier).
Bin schon leicht enttäuscht ....

21 Februar, 2007 17:40  
Blogger Mo

Was meinste, was die am Faschingsdienstag tun? Ausräuscherln. ;-)

Meines Wissens wird der Faschingsdienstag nur noch im Süden begangen.

Und manchmal tanzen die Jecken auch am Samstag nach Aschermittwoch, wenn sie alte Säcke sind.
Bis dahin!

21 Februar, 2007 17:56  
Anonymous Anonym

ich geh in die falle, mädels.
und tut nix, was ich nicht auch tun würde.

21 Februar, 2007 23:35  
Blogger Mo

So früh?

Nein, keine Sorge, wir werden uns nur die Mäulchen verzerschwurbeln - wir hier, dort. ;-)

22 Februar, 2007 03:06  
Anonymous Anonym

was sind "scherben"?????????????

ein "schreibtöter"????????

hä???

bin unebüldet, ick weeß.

"...von Privatkanalknasttussis zu in die Jahre gekommenen Kriminalerinnen mutierten Mos kurzbeobachtet, deren Finger zu kalt waren für flüchtig gemurmelte Autogrammwünsche...."

oberaffentittengeil, das! was will uns die künschtlärin damit sagn????? ich mein´ den gesamten absatz, wenn nicht den janzn txt, honey! kein wunder, das holzbring nur noch holzfreies klopapier bringt. und bald nix mehr- gar nix. ausser low-index.

is aba schön, dassde zum carni-val mal "völlig neues" gedacht hast, schnuckel! weiter so!

olle m



üprijenz: das pw fängt mit "pd-ey" an. omen?

25 Februar, 2007 01:25  
Anonymous Anonym

fehlendes "s": hier isses.

25 Februar, 2007 01:27  
Anonymous Anonym

Scherben sind ein in Fett ausgebackenes Faschingsleckerli.

Der Wein muss 'nen üblen Kater gemacht haben bei all dem, was Du abgelassen hast.

P.S.:Wer is' Holz-bring?

26 Februar, 2007 01:35  
Anonymous Anonym

"üblen Kater "

klar, hätt´ ich "scherben" googeln können. weiter bringste mich so aba auch nich.

wie aber sucht man nach "schreibtötern"????

nein, kein kater, mo! infrage steht für mich auch eher, wie du das "abgelassene" aufgenommen hast, das ist n ander ding, oderrrrrrrrrrr?

madame (promän son kü) möchten es komfortabel, keine frage. man wird halt alt.

´s wird mal wieder (deine) zeit für ne tirade gegen spiesser, mädel!

holzbring?

nu ja, dein "plastikefeu" aaO mag als beispiel dienen: tatsächlich handelt es sich hier um "plastique-feu", der/die/das wurde aber durch die luxemburger eindeutschend verballhornt wie "holzbring", also plastefeu.

plaste-feurigst

dein

olle m

axo: wer schickt den scheck, wenn er´n denn schickt? jau, der holzbring!

08 März, 2007 05:08  

Kommentar veröffentlichen

<< Home