Au jour

"Ich werde ein glückliches, fruchtbares, ruhmvolles Leben haben", hatte ich mir oft, als ich fünfzehn Jahre alt war, gesagt. Jetzt fasste ich einen Entschluss: "Ich werde mich mit dem fruchtbaren Leben begnügen." Es schien mir immer noch wichtig, der Menschheit zu dienen, aber ich wartete nicht darauf, dass sie mich anerkannte, da ja die Meinung der anderen für mich nicht mehr zählen sollte. Dieser Verzicht fiel mir nicht schwer, denn der Ruhm war im unbekannten Schoße der Zukunft auf alle Fälle nur etwas Ungewisses gewesen. Das Glück hingegen hatte ich gekannt, ich hatte es immer gewollt; ich ergab mich nicht leichten Herzens darein, mich von ihm trennen zu müssen. Wenn ich mich dennoch dazu entschloss, so deshalb, weil ich glaubte, dass es mir doch auf immer versagt bleiben werde. Es war mir nicht möglich, es von Liebe, von Freundschaft, von Zärtlichkeit zu trennen, nun aber ließ ich mich ja auf ein "unwiderruflich einsames" Unternehmen ein. Um das Glück noch ein Mal zurückzuerobern, hätte ich den Rückweg antreten, also versagen müssen: ich dekretierte daraufhin, dass alles Glück in sich ein Versagen sei. Wie sollte man es mit Unruhe denn in Einklang bringen?
(Simone de Beauvoir, Memoiren einer Tochter aus gutem Hause - Rowohlt, Juni 1968)
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(Simone de Beauvoir, Memoiren einer Tochter aus gutem Hause - Rowohlt, Juni 1968)
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Der abgebildete Herd stand bei Frau Bachmann in Rom. Übrigens.
Was denn, wo sie für Herrn Frisch kochte oder nach Frisch, wo sie leider traurig immer mehr anderes Zeugs abkochte? Der Kochherd? Abgebrüht. ... smile.
1970, Via Bocca di Leone 60.
Zu der Zeit schrieb sie sich mit Uwe Johnson.
Ein kleiner, verpixelter Ausschnitt aus einem Schwarzweißfoto, das sie zeitunglesend in ihrer dortigen Küche zeigt - den offenen Rotwein und die Tabletten in Reichweite.
Abgebrüht. Ja. Sometimes vor der Mauer.
frau bachmanns deckel passt nich auf ihren topf.
(ich musste!)
hatte die frau bachmann eigentlich einen festen freund - ich überlech grad, wegen der wüste...
und ich dachte es währ deiner. ich kenn sonst nich so viele menschen ohne einbauküche ;)
wo das herdi so solitär rumsteht.
1948 Paul Celan - danach eng befreundet bis an ihr Lebensende
1953-1956 Hans Werner Henze
1959-1963 Max Frisch
1964 Adolf von Opel
Anschließend zunehmende Vereinsamung.
Einbauküchen sind Phantasiekiller. ;-)
ohje...wenn ich auch noch nen herd hätte....neben den sachen rutschen könnten, oder dahinter...in der küche verenden so schon genug tiere und dinge....
ich habs doch gewusst...nichmal inner wüste warse allein...da warse mitm opel. sadomaso im wadi....da kannich ja ooch gleich paul bowles lesen...nenenenene.
ich denke das mit dem nicht passenden deckelchen war fr. bachmann eine tiefenbüschologische message - extra fürn photographen arrangiert "moment...ich nehm mal eben den andern deckel...für die nachwelt...grad noch mit maxe frisch gepimpert und dann zum reisen aber den von opel mitgeschleppt...ins sadomasiwadi"
der henze is ja mein favorit....
aber der vonopel sollja ein ergeben sorgender gentleman gewesen sein, trotz inges fahrtkünsten - und komponisten sind eh immer ärsche, weiss man - das ist wie mit den meisten bedeutenden philosophen (weiss der teufel was hannchen arendt geritten hat mit dem dings...)
"Ich würde meine Grenze auch verlassen,
Wär an die Welt ich nicht so gern gebunden.
Hab ich doch wechselnd immer im Verlangen
Mich stets gefunden."
(Aus: IB, Vor einem Instrument, Typoskript, 1946)
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