Fühlfarben

Auf dem langen Weg mit der S-Bahn durch den Westen schossen unzählige Graffiti am Fenster vorbei. Zwei auch optisch besonders bezaubernde blieben in der Erinnerung haften:
Fly, sadness, fly!
Und daneben eine liebevolle Mädchendarstellung, mit graziler Schrift untertitelt:
Tausendschönchen.
Dass dieses wunderbare, dornrosige Wort jemals aus der Hirnwindungspräsenz entschwinden konnte, heimlich und still, verstand ich Stunden später noch nicht.
Fly, sadness, fly!
Und daneben eine liebevolle Mädchendarstellung, mit graziler Schrift untertitelt:
Tausendschönchen.
Dass dieses wunderbare, dornrosige Wort jemals aus der Hirnwindungspräsenz entschwinden konnte, heimlich und still, verstand ich Stunden später noch nicht.


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Um bei feinen Worten zu bleiben -
unter der Rubrik "Worauf ich allergisch bin:" stand bei einer 43-jährigen: Autonarren, Besserwisser, Morgenmuffel, TV-Jungkies,Frühblüher und Katzen. -
Frühblüher?... ich hab laut rausgelacht. Frühblüher, wie Warmduscher und Turnbeutelvergesser. Ich assozierte, daher auch die Altersangabe, sie würde keine Herren mögen, die notgeil zu früh ... na ihr wisst schon, um danach auch nicht mehr weiter zu können - ein Frühblüher eben.
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Um was für eine enttäuschend abtörnende Banalität es sich konkret handelte, lässt sich unter Heuschnupfenallergien oder Botanik nachlesen.
zu meinen weiteren Lieblingsworten gehören:
"treudoof" (für Hunde aller Art)und aus 'Das Parfum' im Satz
..als er sie "welkgerochen" hatte
zerstörend auch aus DER SPIEGEL über Steffi Grafs Vater, als der wegen Steuerhinterziehung einsitzen musste: <<... der seiner Natur nach ewige Gebrauchtwagenhändler.>>
.. da fällt einem das Druckwerk schon 'mal aus der Hand...
Frühblüher.. ist auch die Schwarzerle auf meinem Balkon, über eineinhalb Meter hoch, liebevoll von einem Zweizentimeterpflänzchen zur ersten (männlichen) Blüte gepäppelt, innerhalb von drei Jahren, damit mir die Nase jucke. Ein frühreifes Bäumchen also. ;-)
Es gibt Worte und Beschreibungsbildungen, die lassen einen mindestens kopfschüttelnd zurück. Es gibt aber auch Worte wie das Tausendschönchen, Joringel zum Beispiel, die nachklingen, einen farbig fühlen machen.
Über solche Worte kann ich mich wie ein kleines Kind freuen, immer und immer wieder.
jungkies finde ich besser alt altkies und tausendschönchen zusammen :)
So wie ich Deinen Aftermieter. ;-)
naja, der aftermieter befand sich zugegeben nicht im natürlichen sprachschatz, sondern wurde, wennich mich recht erinnere via bedrohte wörter adoptiert.
war auch zu schön. ein wort von simplem, stumpfen glanze ;)
Gut, dass Du das Olfaktorische nicht erwähntest. :-]
Wieso? Du schreibst doch 'Fühlfarben'. Unsere Erinnerungen olfaktorischer Natur wecken in uns ohnehin die weitaus länger zurückliegenden und bildhafteren Assoziationen. Also jeder am Freitag in Olivenöl gebratene Fisch wird euch mehr an Ferien erinnern, als irgend eine Postkarte an der Tür des Eisschranks. Und D4-Kino ist ja jetzt auch schon angemeldet.
An meinem Kühlschrank gibt es keine Post- (Nach-..) Karten.
Billiger Scherz, okay.
Wenn ich nachkoche, dann mit allen (!) Erinnerungssinnen.
Wenn ich nachfühle: dito.
That's the waay it goes - and went.
well, due to my haemmoroids scheiss ich blutig - das überdeckt den geruch LÖL
bluhdimstuheeel.....*sing* ist nicht der beste aftrrmietrr.
wers eigentlich limbach - und in welchem grausligen partnerschaftsanbahnungsnetzgebilde hält er sich auf (des fragebogens mit allergien wegen...)
ich denk ja ständig wenn ich limbach lesen: oberfrohna - und dann stefanie hertel (ihr geburtsort liegt nicht weit von da)
so war das damals. da wurde man immer hingekarrt. ins weihnachtsland. ins volxtümliche hitparadenland - hab ich je erwähnt das die famiglia sich am frühförderndem hertelvater ein beispiel nehmen wollten, mich beizeiten in dirndl und erzgebirgische gesangschöre steckten, als ich noch jung genug war mich nicht zu wehren - nother dark side of the aftermieterlose...
Zeterei aus nächtlicher Film-Schwulst: "Ihr Galgengehänge.."
Dein 'Tausendschönchen' ist zwiegeschlechtlich oder zumindest androgyn.
jetzt will ich aber schon wissen WASN film das war....!
Limbach guckte Fellini. ;-)
"Mein" Tausendschönchen ist geschlechtslos tausendschön und findet sich an einem Hauseingang am Schöneberger Ufer.
Der derzeitige Header übrigens stammt aus dem Film "Der Himmel über der Almend".
daher...bei fellini und den anderen ital. neorealistischen schlaf ich immer ein - keine ahnig wieso...
nimm's mir nicht böse, aber mir stellt sich bei solch zeitgängigen Ablehnungsbemerkungen immer irgendwie die Frage, wen dies, wenn vermeintlich cool hinbemerkt, denn auszeichnet?
und
Satyricon? wäre der nicht viel mehr nerorealistisch? auch neroverismisch?
Aber please, nehmt mich nicht bashend - zu Ostern bestenfalls mal mit der Hasennase schuppsend.
Ist so schön fühlbarben bunt mit Euch.
bashed nehmen, gefällt mir auch gut....
neinein, meine ablehnung ist nicht zeitgängig - sie ist anachronistisch und ein typisches merkmal des unzufriedenen arbeitslosen nörglers ausm osten.
ich behaupte freilich das ich mindestens misanthrop, oder nihilist oder teilzeitböse bin - im zweifel....kann ich nix für! für garnichts!
ich schlaf wirklich immer bei fellini ein...franz.+ital. filme haben bis heute, aber v.a. von den 40ern-70ern ein seltsames rep. an synchronsprechern die mich einschläfern....schwarzweiss wirkt zusätzlich einschläfernd (kann mich felliniseits nur an la strada erinnern, den ich, nachdem ich 4x beim versuchen das einzuschlafen nach 5 jahren dann doch noch sah...eher schlecht fand...die pummelige blonde...die hat den job doch bestimmt nur bekommen weilse den freddi ....meinjanur...)
auszeichnung nein, nur kein wundern wieso mir das galgenhänge entging.
Liebe Gastgeberin, fühle mich sehr wohl. Headimpression weckt Microsoftassoziationen wegen Himmelblau und Wölkchen. Für mich nicht so harmonisch mit Spirit of your Blue Note Blog.
Ungefragte Feedbacks sind genauso Affronts wie Du-Botschaften. Und objektiv wirklich ist, das es blau ist, da kann niemand davon ab. Doch subjektiv ist es für mich anders wirklich blau und für jede und jeden anders blau.
Weil an Jesus (siehe Gitone) haben heute schon alle irgendwas, aber dass Paul Watzlawick seit einer Woche tod ist, hängt mir in den Knochen.
Der Header wird nicht lange bleiben. Wie auch alles andere vergänglich ist. Selbst Watzlawick. Nicht aber seine Fein-Heiten.
Edith: Er ist spurlos verschwunden. Scheint es.
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