Niederschlag in Binnenprozent

Gelegentlich ist Leerlauf auf Schreibtisch und Bildschirm. Dann fahre ich mit dem großen, ungetümen Klassizismusaufzug nach unten, stelle mich an die frische Luft und rauche eine Zigarette. Dass der Straßenstrich nicht arg weit entfernt ist, verdränge ich in diesem kurzen Moment der Ruhe vor der Hektik im Büro, ebenso wie die Tatsache, dass Mitternacht schon länger vorbei ist. Es ist dunkel, kalt, aber immer noch zu warm, still, der Sturm der Autos hebt erst frühmorgens wieder an, einzig der Kanal plätschert leise - wenn man ihn hören will.
Gestern vernahm ich während dieses Rituals eine Frage, die eher wie ein militärischer Marschbefehl anmutete. Zwei nicht sonderlich Vertrauen erweckende, altersfette Gestalten kamen um die Ecke gebogen, musterten mich und brüllten "Quanta costa?". Da sonst kein Mensch zu sehen war, die beiden stehen blieben, war die Frage offenbar an mich gerichtet, die ich keineswegs aufreizend gekleidet, sondern vermummelt an der Hauswand stand. "Zu viel für diesen Job, schätze ich." Sie lachten. Sie müssten mich schließlich nicht nehmen, es gäbe andere, die nicht so zickten. Ich schmiss die halb gerauchte Zigarette fort und ging hinein. Fuhr nach oben. Setzte mich an den Schreibtisch und war froh über den vorgefundenen Buchstabenstapel. Prompt verortete ich BMW nach Ingolstadt. Als ehemaliger Audi-Fahrer. Bald war glücklicherweise Feierabend.
Kaum zurück aus dem Urlaub greift der Alltag mit seinen fiesen Klauen um sich und mich, grummelte ich in mich hinein.
Draußen schüttete es mittlerweile aus eiskalten Himmelskübeln. Die Anschlussbahn an den Bus hatte ich knapp verpasst und ein Kurzstreckentaxi angehalten. Vorne einsteigen? Nicht für den Preis. Der Chauffeur fuhr nicht bis vor die Haustür, sondern nur bis zum Straßenanfang. Quittung? Zu viel Aufwand für den Preis.
Endlich zuhause und an eine gemütliche Nacht mit einem Entspannungsweinchen denkend, versorgte ich die Katzen, die mich freundlich schnurrend an der Wohnungstür abfingen. Mit dem Glas in der Hand betrat ich anschließend die Stube. Und erstarrte: der Hibiskus so gut wie astlos, der Bambus geköpft und enttopft, überall Scherben, Wasser, Erde, die Vorhangstange aus der Wand gerissen, die schweren Gardinen als Kuscheldecke über die Teppiche verteilt und mit Plüschtieren verziert. Beinahe wäre das Glas zu dem ganzen Chaos geplumpst. Ein allumfassendes Donnerwetter folgte, mit dem "söten" Frieden war es endgültig vorbei.
Auf Hiddensee blühen die Wilderdbeeren.
Gestern vernahm ich während dieses Rituals eine Frage, die eher wie ein militärischer Marschbefehl anmutete. Zwei nicht sonderlich Vertrauen erweckende, altersfette Gestalten kamen um die Ecke gebogen, musterten mich und brüllten "Quanta costa?". Da sonst kein Mensch zu sehen war, die beiden stehen blieben, war die Frage offenbar an mich gerichtet, die ich keineswegs aufreizend gekleidet, sondern vermummelt an der Hauswand stand. "Zu viel für diesen Job, schätze ich." Sie lachten. Sie müssten mich schließlich nicht nehmen, es gäbe andere, die nicht so zickten. Ich schmiss die halb gerauchte Zigarette fort und ging hinein. Fuhr nach oben. Setzte mich an den Schreibtisch und war froh über den vorgefundenen Buchstabenstapel. Prompt verortete ich BMW nach Ingolstadt. Als ehemaliger Audi-Fahrer. Bald war glücklicherweise Feierabend.
Kaum zurück aus dem Urlaub greift der Alltag mit seinen fiesen Klauen um sich und mich, grummelte ich in mich hinein.
Draußen schüttete es mittlerweile aus eiskalten Himmelskübeln. Die Anschlussbahn an den Bus hatte ich knapp verpasst und ein Kurzstreckentaxi angehalten. Vorne einsteigen? Nicht für den Preis. Der Chauffeur fuhr nicht bis vor die Haustür, sondern nur bis zum Straßenanfang. Quittung? Zu viel Aufwand für den Preis.
Endlich zuhause und an eine gemütliche Nacht mit einem Entspannungsweinchen denkend, versorgte ich die Katzen, die mich freundlich schnurrend an der Wohnungstür abfingen. Mit dem Glas in der Hand betrat ich anschließend die Stube. Und erstarrte: der Hibiskus so gut wie astlos, der Bambus geköpft und enttopft, überall Scherben, Wasser, Erde, die Vorhangstange aus der Wand gerissen, die schweren Gardinen als Kuscheldecke über die Teppiche verteilt und mit Plüschtieren verziert. Beinahe wäre das Glas zu dem ganzen Chaos geplumpst. Ein allumfassendes Donnerwetter folgte, mit dem "söten" Frieden war es endgültig vorbei.
Auf Hiddensee blühen die Wilderdbeeren.


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Ach herrjeh... was für ein Empfang!
(Was aber auch nur wieder beweist: nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub ;-)
Trotz allem: Wällkomm Bäck!
Nach Lage der Dinge würde ich am liebsten sofort wieder verschwinden.
Wo ich dieses Jahr meinen obligatorischen Weihnachtskitsch drapiere, ist mir zudem immer noch ein Rätsel.
"Welcome back" wollte ich ursprünglich titeln. ;-)
sperr die katzen in kleine käfige mit rollen und drapier schmuck dran, wenn sie die tierchen versuchen zu bewegen ist es mehrfacher selbstmotorisierter christschmuck.
aus der reihe soziologie&füsiek in der praxis
Jajaja. ;-)
Noch kann ich das Anonymous-Geschwader auseinanderhalten. Noch.
Chaoten. Alle miteinander.
So.
haste denn meine wortreichen emailwehklagen garnich erhalten....
gut, nun bin ich kein dankbarer trostkandidat - aber n bisschen mehr hiddensee info hättes ja zB sein können, biete dafür exclusivfotto von semiehemann ulli w in entlarvender pose beim armeleuterkinderanbieten!
pardonnez das anno nüm. hier hat grad mal wieder nix anderes funzen wollen
Bis zu den privaten Briefkästen bin ich noch nicht vorgedrungen.
Vorhin gab es zudem einen Trintignant-Bertolucci der Extragüte.
Kommt bald, das Hiddengesehe.
Don't panic.
Und Flickr aktualisiere ich auch noch vor Weihnachten (ächzzz). Mehr gibt's nicht zum Heuchelfest.
Raketentier beruhigen, Knötchentante ins Bett hieven - und abdafir.
Trostlos, aber herzlichst.
raktentier....na....da wissen wir ja schon um die postweihnachtsl. verwendung vom rollenden christbaumschmuck - und der schwarze hat bestimmt spass dran, wenn er 1x zum mond und wieder zurückegelt - kannst ihm ja nen knirpsschirm mitgeben, für die rückfahrt....chim-chimeny-chim-chimeney....oder auch ground control to major tom....
lalalala
was ich eigentlich sagen wollte...
ich bin derzeit nicht gut auf bertolucci zu sprechen. wg. dem hintergrund vom letzten tango. war ja auch alles seine idee mit. gut...es war keine 'echte' vergewaltigung....aber das reicht auch echt auch schon.
ich bin in solchen dingen persönlich nachtragend, das hat sich schon ein wenig niedergeschlagen, auf die meinung vom ehemal. mit-lieblingsregisseuer.
Kalkulierte Tabubrüche gibt es in so gut wie jedem seiner Filme. Die komplette Durchinszenierung selbst der allerkleinsten Details, die einem erst beim wiederholten Sehen förmlich ins Auge springen, den Zuschauer entsetzt-begeistert lachen oder wüten lassen - kann nicht jede/r mögen.
.. dass Maria Schneider vor der berühmten Analsex-mit-Butter-Szene keine Ahnung hatte, was da für eine sexuelle Revolution auf sie zukommt - eine Quasi-Vergewaltigung vor laufender Kamera nämlich, von der sich die Schauspielerin laut eigener Aussage bis heute nicht erholt hat. (taz)
Das ist auch für mich harter Tobak gewesen. Provokation hin oder her.
Trotzdem sollte die Szene im Zusammenhang der ganzen Tangogeschichte gesehen und verarbeitet werden.
Auch wenn Du nicht gern liest, solltest Du Dir diesen Aufsatz trotz seiner Länge unbedingt antun.
Und heute Abend 3sat gucken.
mir gehts garnicht um die szene - ich liebe diesen film! es geht mir darum, das sie nix davon wusste - aber bertolucci&brando sich darüber -abgesprochen- hatten!
sheltering sky ist auch ganz super, und hat vor x-jahren mal meine liebe zur ollen tangertunte paul bowles begründet. nat. guck ich heute 3sat.
ich meine den aufsatz schonmal gelesen/überflogen zu haben. bezogen hab ich mich hauptsächlich auf die doku zum film, die vor einiger zeit das erste mal auf arte im zushg. mit themenabend zum tango ausgestrahlt wurde.
und dat arme marialein! mit sonem körper und solchen titten dran zieht an schnell die äh....arschkarte in sachen besetzung. ist ja dann auch passiert. noch paar nacktbilder in der wüste und das wars denn im wesentlichen mit dem övre.
traurig. und brando der alte arsch hat gezickt und sich nicht nackt filmen lassen (ausser im profil, bis kurz überm bauch - s. filmplakat) weil ers wie immer nicht geschafft hat abzuhnehmen. fetter scheissdeibel. DEN hätte bertolucci mal seiner kleidung berauben sollen (immer diese sülze von: er hätte das in dem film ja....ph, es geht die legende brando hätte eines seiner vielen frischabgetriebnen kinder, er kannte da einen spezialarzt zu dem er seine frauen schickte, in einem plastikbecher herumgezeigt, im freundeskreis - und dann weiter ein bisschen bongo gespielt....eine art....reversed fruchtbarkeitsritual - damnsickbitch)
den tango mag ich sogar so sehr - dass ich ihn mehrmals im jahr sehe..
das passiert wirklich nicht bei jedem film...
er beginnt ja schon grossartig...wie sich brando die ohren zuhält, und immer dieses orange!
den irrtum hab ich blöderweise 'verpasst' - war einfach nicht in der lage zum filmesehen....und auch das muss erstmal passieren, bei einem tagesschnitt von sonst zwein/tag.
Na ja, eines wurde ja erreicht: Es wird Jahre danach noch über den Film gesprochen und geschrieben.
Den Tango mag ich auch - nicht den Film, sondern den Tanz.
Brando-Bashing?
Heiter weiter bitte!-)
"Der Irrtum" ist keine gelungene Titelung. weshalb ich das Original bevorzuge.
Wenn man bedenkt, dass "der letzte Tango" in Italien erst ab Mitte der Achtziger gezeigt werden durfte, viele Menschen ihn bis heute nicht verstanden haben, dann darf man nicht nur über den Film reden, sondern ihn durchaus auch ab und an mal anschauen: heute Abend zum Beispiel. Im Anschluss dann am besten Orwells "Animal Farm". :-]
"Wie oft siehst Du den Mond noch aufgehen? Vielleicht zwanzig Mal.."
(Bertolucci in der Schlussszene von 'Sheltering Sky`').
Erstmal Käffchen.
Dann Vorhangstange.
Dann plätten.
Dann Bücherregal (auch hinüber).
Dann Backzutaten.
Dann weiter sehen.
ich hab aus dem tango verstanden das man männer immer irgendwann umbringen muss - diese heitere sinngebung hab ich mir bis heute bewahrt, und bin fast immer stets bereit sie in die tat umzusetzen. allerdings mit blossen händen, und nicht mit einer eisenwaffe.
ich find den film einfach nur grandios! und brando auch eh. aber das ist ja das gleiche wie mit kinski - natürlich beides pisser sondergleichen! aber das ist mit vielen menschen so - heisstja nicht, das man sie nicht trotzdem lieben könnte - und wenns zuviel wird...irgendwann....zackbumm! - muss man wohl prädistiniert sein dafür. aber ich arbeite ja an meiner contenance...
;)
Dat Moudi ist ja eher das intellektülle Begreiferklärerle. Kuuunscht. Was auch für Morde zutrifft. Aber niemals für Gruselbrandokinskis. ;-)
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